UNTERWASSER SALON

FESTIVAL ARS & AQUA, VIENNA 2010

Man betritt den Raum durch einen wasserblauen, märchenhaften Vorhang.
Im Raum steht ein Wasserbett, einige Liegestühle, Pölster.
An vier Wänden laufen gleichzeitig Projektionen:
Die Quelle, Die Schwimmerin, der Wasserfall und ''waterstories''.

Das Publikum begibt sich in den Salon und darf sich dem Wasser-Leben hingeben, versinken, eintauchen.In einen Raum, wo Zeitlosigkeit besteht, entspannen und erfrischen zugleich.
Man ist umgeben von Wasser, archetypischen Wassergestalten, der Schwimmerin, die immer wieder in Raum hinein- und wieder davon schwimmt, dem fortwährend perlenden Wasser der Quelle, dem Sprudeln des Wasserfalles...

Fotogalerie

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Projektion: Ursprungs Quelle

 

Diese Film zeigt eine seltene Quelle, in der das Wasser, bzw. Luftblasen aus dem Boden hinauf sprudelt. Das reine Wasser, die  kontinuierlich aufsteigenden, perlenden Wasser- und Luftblasen versetzen den Zuschauer in einen kontemplativen wie auch erfrischenden Zustand...

 

Projektion: Schwimmerin

 

Der Film besteht aus mehreren Sequenzen von Wasser Aufnahmen, teils ruhig, teils wild sprudelnd, das zentrale Motiv ist die Schwimmerin, die immer wieder auftaucht, in den Raum hinein schwimmt und aus dem Raum hinaus schwimmt. Sie schwimmt durch alles hindurch, selbst durch Feuer, ihre Bewegungen sind langsam und ihr Ausdruck wissend und gelassen.

about the work...

Ich fahre mit dem Autobus.
Ich sehe viele Leute auf der Strasse gehen.
Wohin gehen sie alle und was wollen sie.
Gehen sie freiwillig oder aus Pflicht.
Die Menschen hetzen am harten Asphalt, sie atmen viel ein und wenig aus.
Der weiche Waldboden ist weit weg, die rauschenden Gebirgsbäche auch.
Beim Händewaschen in einer kleinen freundlichen Bäckerei denke ich: mit meiner Arbeit möchte ich, dass die Leute ausatmen können, beim Hinschauen, sanft mit sich sein.

Sich hineinfallen lassen, vielleicht staunen, vielleicht manchmal lachen. 

 

Valerie Schaller, Wien 2010

UnterwasserSalon 

von Brigitta Höpler

Valeries Schallers Kunst sprengt Grenzen,  Begriffe und Kategorien, die Bezeichnung ''Multimediakünstlerin'' ist, wie so viele Begriffe, eine Annäherung. Sie filmt, fotografiert, zeichnet, malt, schneidet, näht, klebt, gestaltet; mit der Kamera, auf der Nähmaschine, am Computer, in Skizzenbüchern, auf Leinwänden, auf Hauswänden, in Räumen. Sie umarmt das Universum vom Sprung ins All bis in die Tiefe der Unterwasserwelt.

(...)

Valerie ist mit ihrer Unterwasserkamera wochenlang in unterschiedliche Gewässer eingetaucht, Meere, Flüsse, Seen, Bäche, Quellen, Wasserfälle. Aus der Fülle des Film- und Fotomaterials hat sie eine Auswahl getroffen, die Aufnahmen aber nicht manipuliert und in Echtzeit gelassen. Für einige Bilder verwendet sie Fotos von Miroorganismen, die im Wasser leben, mit dem Mikroskop aufgenommen.

Ihre Unterwasserwelt ist bewohnt von allerlei Frauen und Wesen, die sie auf dem Computer in die Fotos hineinzeichnet. Sie zitiert alte Mythen, deutet sie neu und mit viel Humor: ihre Nixen haben keine bedrohlichen Absichten, ihre Meerjungfrauen warten nicht auf die Erlösung durch einen Prinzen. Sterne fallen ins Wasser, Worte versinken, Wale schwimmen vorbei, diese großen, uralten Tiere, die einst an Land lebten und jetzt wie Fische im Wasser schwimmen. Die Schwimmerin ist vertraut mit all diesen Wesen, ruhig und kraftvoll gleitet sie durch das wandelbare Wasser. Allein und all eins, spürt sie mit jeder Bewegung den Zug des Lebens.

Valeries Frauen sind mit allen Wassern gewaschen, erzählen Geschichten mit einem Augenzwinkern, schweben auf Luftmatratzen, reiten auf Zebras oder Walen, tragen rote Stiefel und zögern nicht, ins All oder ins Wasser zu springen. (Valeries letzte Ausstellung hatte den Titel  ''Sprung ins All'').

Für die Ausstellung ''FREIschwimmen'' hat Valerie einen UnterwasserSalon konzipiert und gestaltet; ein Raum, in dem vier Filmprojektionen gleichzeitig laufen: Wasserfall, Ursprung, Waterstories, Schwimmerin. Ein Raum mit einer ganz besondern Atmosphäre, eine Einladung: ruhig werden, sich Zeit nehmen, eintauchen, versinken, auftauchen, und, wie Valerie selbst schreibt, ''staunen, vielleicht auch lachen''.


Brigitta Höpler, Kunsthistorikerin